Bikesharing im ländlichen Raum

Inwieweit ein Bikesharing-Angebot geeignet und umsetzbar ist, um nachhaltige Mobilität im ländlichen Raum zu fördern, wurde nun im Rahmen einer Bachelorarbeit am Beispiel des Michaelshofs Sammatz im Landkreis Lüchow-Dannenberg von den beiden Studentinnen der Umweltwissenschaften an der Leuphana, Friederike Schweitzer und Laura Mac Carty, untersucht.

Wir konnten mit unserem Projekt „Heidschnucke – Lastenrad für Buchholz“ als Praxisbeispiel dienen und wurden in einem Experteninterview zu Projektdetails befragt.

Die wissenschaftliche Untersuchung hat am Ende zwar erwartungsgemäß ergeben, dass Bikesharing grundsätzlich das Potenzial hat, nachhaltige Mobilität im ländlichen Raum zu fördern. Aber im Rahmen dieser Bachelorarbeit konnte nicht abschließend geklärt werden, welches das passenste System wäre und wie eine konkrete Lösung für den Michaelshof Sammatz aussehen könnte.

Download der Bachelorarbeit (2 MB)

Lastenradfamilie vermisst „Heidelust“

Auch in diesem Jahr hatten wir es wieder einer Familie ermöglicht, ein Lastenrad über den gesamten dreiwöchigen Stadtradeln-Aktionszeitraum zu testen. Hier der Bericht der Familie Hagen/Kirchner über die Erlebnisse mit unserem Heidschnucke-Lastenrad „Heidelust“:

„Challenge accepted – Herausforderung angenommen – heißt es für uns nach drei Wochen Stadtradeln als Buchholzer „Lastenradfamilie“. In einer kleinen Rückschau möchten wir über die Möglichkeiten und Grenzen eines Lastenrads im Familienalltag berichten.

In den drei Stadtradelwochen sind wir von Gelegenheitsradlern zu Alltagsradlern geworden. Es ist uns gelungen, unser Auto an vielen Tagen ganz stehen zu lassen. Doch warum nicht an allen? Wo lag es an der eigenen Bequemlichkeit und wo waren andere Faktoren maßgeblich? 

Rückblickend haben wir gemerkt, dass wir das Auto hauptsächlich für Großeinkäufe und bestimmte Fahrten zur Arbeit noch brauchten. Immer dann, wenn es vor oder nach der Arbeit auf eine enge Zeittaktung ankam, griffen wir noch auf unseren PKW zurück. Und auch beim Einkaufen war es so, dass sich kleine und mittlere Einkäufe für unseren Drei-Personen-Haushalt recht gut machen ließen, wenn man vorher alles gut durchdacht hatte. Bei größeren Einkaufstouren merkten wir schnell, dass dies dann nur ging, wenn wir unsere Tochter nicht mit an Bord hatten, da diese sich dann verständlicherweise beklagte, dass es sehr eng im Lastenkorb wird. Denn dies ist unser einziger Kritikpunkt an der schnittigen „Heidelust“ der Marke Urban Arrow. Das Rad fuhr sich trotz seiner Länge und seines Gewichts dank des E-Antriebs flott und passte auch durch schmale Passagen, doch die Ladekapazität hätte für unsere Bedürfnisse größer sein dürfen. 

Die Radwege in Buchholz und Umgebung dürften, wenn sich Lastenräder etablieren sollen, gern breiter angelegt werden. Bei entgegenkommenden Radlern ging es noch, aber an einigen Stellen wird es schnell so eng, dass man trotz vorhanden Radweges auf die Straße ausgewichen ist. Erfreulich ist, dass an Stellen, an denen Autofahrer mit Radlern auf den Straßen rechnen, in der Regel 1,5 m Abstand beim Überholen gehalten wird. Fuhr man jedoch, weil die Radwege zu holprig oder nicht vorhanden waren auf der Straße, kam es zu unangenehmen Überholsituationen.

Durch den langen Radstand des Lastenrades werden Bodenwellen heftiger auf den Radfahrenden übertragen und so sind uns viele unebene Radwege und Erhebungen auf den Fahrbahnen, verursacht durch Baumwurzeln oder herausstehende Kanaldeckel, in den letzten drei Wochen vermehrt aufgefallen. Es würde das Radfahren attraktiver machen, wenn es in Zukunft noch mehr gut ausgebaute und in Stand gehaltene Radwege gebe.

Herrlich war die Auftaktveranstaltung zum Stadtradeln, bei der der Buchholzer Innenstadtring für den Autoverkehr gesperrt war und die (Lasten-)räder freie Fahrt hatten. 

Angenehm überrascht hat uns auch, dass es immer mehr E-Bike-Ladestationen und Parkmöglichkeiten gibt. Im Innovationspark Nordheide entdeckten wir sogar eine solarbetriebene Ladestation, die in eine Tischgruppe integriert wurde.

Angespornt durch das Stadtradeln haben wir auch eine Fahrradtour mit einer Übernachtung in der Lüneburger Heide unternommen. Hier war das Lastenrad von Vorteil, da es sich, ausgerüstet mit Taschen am Gepäckträger zu einem praktischen Begleiter gemausert hat. Man nimmt etwas weniger Gepäck mit, ist klimafreundlicher unterwegs und hat viel mehr von der Landschaft erlebt, als wären wir mit dem Auto gefahren.

Die „Heidelust“ fiel überall auf und wir kamen mit vielen Leuten ins Gespräch. Dabei sind wir immer auf interessierte Menschen getroffen, die wissen wollten, wie sich so ein Lastenrad fährt und welche Vorteile es mit sich bringt. Allen Neugierigen können wir sehr ans Herz legen, sich eine Heidschnucke des Vereins Buchholz fährt Rad auszuleihen und zu testen. Wir vermissen die „Heidschnucke“ schon jetzt, radeln dafür aber mit unseren eigenen Fahrrädern in Buchholz und Umgebung viel häufiger als vor dem Stadtradeln.

Annika, Martin und Charlotte

Zwei neue Lastenanhänger

Foto: Tobias Rothenberg

Tobias Rothenberg aus Rosengarten baut in seinem Projekt „Saving the Chariots“ alte Kinderfahrradanhänger der Thule-Marke Chariot in Lastenanhänger um. Nun hat er uns dankenswerterweise zwei dieser Anhänger gestiftet, die nun hier einfach kostenfrei ausgeliehen werden können. Angelehnt an die alte Typenbezeichnung der Anhänger heißen diese nun Corsaire Cargo und Captain Cargo.

Voraussetzung dafür ist eine Thule Chariot Anhängerkupplung am Fahrrad. Diese Kupplung können wir bei Bedarf zusammen mit dem Anhänger ausleihen. Sie müsste dann nur bitte selbst montiert werden. Aufgrund der guten Kontakte zum Hersteller Thule konnte Tobias uns kostenlos ein paar Kupplungen besorgen.

Daher können wir folgendes Angebot unterbreiten: Wer uns als Fördermitglied unterstützen möchte, erhält als Dankeschön für seinen Mitgliedantrag eine dieser Kupplungen geschenkt (solange der Vorrat reicht).

Bericht Hamburger Abendblatt vom 10.02.2022

Bericht Nordheide Wochenblatt vom 15.01.2022

Update auf neues Buchungssystem

Ihr habt es wahrscheinlich schon bemerkt. Seit ein paar Tagen haben wir eine neue Version des Buchungssystems „CommonsBooking“ installiert. Dieses wird dankenswerterweise von dem Verein wielebenwir e.V., der auch das Kölner Projekt „Kasimir – Dein Lastenrad“ betreibt, immer weiterentwickelt und kostenfrei zur Verfügung gestellt.

Durch das Update hat sich das Look & Feel ein wenig geändert. Es sind aber auch ein paar neue Features dazu gekommen. So haben wir beispielsweise im Menü unter „Ausleihen“ eine Kartendarstellung der Verleihstationen sowie einen Überblick der Verfügbarkeiten ergänzt. Probiert es doch gleich mal aus.

Über Feedback freuen wir uns, insbesondere dann, wenn etwas nach dem Update nicht zu eurer Zufriedenheit läuft.

Niedersachsen verlängert die Förderung von Lastenrädern

Foto: Riese & Müller

Das Land Niedersachsen fördert seit Sommer 2021 die Anschaffung von Lastenrädern. Antragsberechtigt sind u.a. Privatpersonen, Vereine, Unternehmen etc. Letztere aber nur dann, wenn die geförderten Lastenräder im Rahmen eines unentgeltlichen Verleih-Systems angeboten werden. Diese Förderung galt ursprünglich nur bis Ende 2021 und wurde nun bis Ende 2023 verlängert. Antragstellungen sind in Kürze wieder möglich.

Gefördert werden Lastenräder mit und ohne E-Unterstützung, sogar Lasten-S-Pedelecs mit einer technisch unterstützten Höchstgeschwindigkeit von bis zu 45 km/h. Dieses aber nur soweit sie überwiegend dem Transport von Gütern dienen. Transportzweck kann auch die Personenbeförderung sein, wenn dies nicht der überwiegende Hauptzweck ist. So sind z. B. Rikschas, Coffeebikes oder Bierbikes von einer Förderung ausgeschlossen.

Die Zuwendung beträgt einmalig 400 EUR bzw. 800 EUR bei E-Lastenrädern und Lasten-S-Pedelecs. Bewilligungsstelle ist die N-Bank.

Bei Interesse findet ihr weitere Infos in der Förderrichtlinie: siehe hier!

Heidschnucken als echte Filmstars

Kommunale Mobilität verbessern: Mit diesem Ziel präsentiert das Online-Nachschlagewerk Mobilikon kluge Lösungen für die Mobilität vor Ort. Anfang August war ein Filmteam bei uns, um am Beispiel unseres Projektes „Heidschnucke – Lastenrad für Buchholz“ den Verleih von Lastenrädern zu erklären. Nun liegt der fertige Film vor. Wir finden, er ist toll geworden. Aber seht selbst:

Bei Klick auf das Foto wirst du zu Youtube weitergeleitet, um das Video anzusehen.

Förderung des BMU endete am 31.08.2021

Liebe Heidschnuckenfreunde, Ende August endete die zweijährige Projektförderung des Bundesumweltministeriums (BMU). Das heißt, unser Lastenradprojekt muss ab sofort finanziell vollkommen auf eigenen Beinen stehen. Das gelingt nur, wenn wir ausreichend Spenden und Fördermitgliedschaften akquirieren. Wir benötigen ca. 3.000 EUR pro Jahr, um unsere Heidschnuckenherde bei Laune zu halten.

Als gemeinnütziger Verein können wir euch steuerliche Zuwendungsbescheinigungen („Spendenbescheinigungen“) ausstellen.

Spendenkonto

Mitgliedsantrag für natürliche Personen (Privatleute)

Mitgliedsantrag für juristische Personen (Firmen, Vereine etc.)

Heidschnucken waren Hauptdarsteller

Am vergangenen Freitag war ein Kamerateam da, um unsere Heidschnucken in Aktion zu filmen. Ergebnis wird ein Kurzfilm über ca. 2:30 Minuten, der das Thema „Lastenradverleih“ beleuchtet. Wir wurden dafür vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) als vorbildliches Referenzprojekt ausgewählt. Es war für uns und unsere Heidschnucken ein besonderer Tag. So etwas erlebt man schließlich nicht alle Tage. Wir sind nun gespannt auf den finalen Film, der bereits in ein paar Wochen auf www.mobilikon.de zu sehen sein wird.

Bericht im Nordheide Wochenblatt vom 11.08.2021 (4 MB)

Drei Wochen Lastenradfamilie

Familie Kühlke konnte während der drei STADTRADELN-Aktionswochen mit „Heidelust“ eines unserer Lastenräder im Alltag auf Familientauglichkeit testen. Hier ihr Erfahrungsbericht:

„Erstmal kann man festhalten: wir sind vom Lastenrad begeistert. Es bringt einfach Spaß, mit Kind und Gepäck unterwegs zu sein und trotzdem entspannt ohne Anstrengung zu fahren. Vor allem unsere kleine Tochter (9) und ich haben das Lastenrad benutzt. Die Fahrten zum Handballtraining, zur Turnhalle nach Klecken und zur Nordheidehalle haben wir mit dem Lastenrad erledigt. Aber auch den Wocheneinkauf und Ausflugsfahrten (zum Freibad nach Sieversen und nach Harburg) haben wir mithilfe des Lastenrades erledigt. 

Ich habe es geschafft, drei Wochen das Auto komplett stehen zu lassen, 275 km mit dem Fahrrad statt mit dem Auto. Auch mein Mann hat es, so oft es eben ging, stehen gelassen und ist zum Beispiel nach Nenndorf zur Arbeit mit dem Fahrrad gefahren. 

Ein Lastenrad als Alternative zum Auto?
Sicherlich könnten viele Familien mit kleinen Kindern ein Lastenrad als Alternative zum Zweitwagen überdenken. Dafür bietet es sich an, ein Lastenrad bei „Buchholz fährt Rad“ auszuleihen und es so einfach mal auszuprobieren. Die Fahrten in Buchholz und der näheren Umgebung lassen sich so problemlos erledigen. Toll ist, dass die Kinder geschützt sitzen können und nach der Spielverabredung oder dem Sport, wenn sie schon kaputt sind, nicht selber fahren müssen.

Unser Fazit:
Unsere Kinder sind schon etwas zu groß für die optimale Nutzung des Lastenrads. Für Ausflüge und Einkäufe ist es eine tolle Bereicherung. Wir werden uns öfter ein Lastenrad ausleihen und dann für Ausflüge o.ä. benutzen.“

Bericht im Nordheide Wochenblatt vom 26.05.2021

Buchholz räumt auf!

Heute waren unsere Lastenräder „Heidenspaß“, „Schnucken-Taxi“ und „Fietje Löns“ zu einem besonderen Einsatz unterwegs. Unter dem Motto „Buchholz räumt auf“ riefen wir zusammen mit dem Unverpacktladen „Buchholz endlich unverpackt“ dazu auf, Buchholz ein Stückchen sauberer zu machen.

Die von den teilnehmenden Müllsammler:innen gefüllten Müllsäcke wurden im ganzen Stadtgebiet von unseren Heidschnucke-Lastenrädern eingesammelt und zu einer zentralen Sammelstelle am Bahnhof gebracht. Auch unser Schwerlastanhänger „Carla Cargo“ kam so zu seinem ersten richtigen Einsatz. Schwere und sperrige Gegenstände wie Autoreifen oder einen Schreibtischstuhl waren somit auch kein Problem.

Insgesamt eine gelungene Aktion mit deutlich über 100 Teilnehmer:innen. Herzlichen Dank an alle Beteiligten.

Vorbericht im Nordheide Wochenblatt vom 10.04.2021

Bericht Nordheide Wochenblatt vom 14.04.2021